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Weitere Fakten zu "Kohlenhydrate und Zucker"

Der Zuckergehalt ist unter anderem davon abhängig, in welchem Verfahren die Cerealien hergestellt und welche weiteren Zutaten, wie Früchte, Nüsse oder Schokolade, hinzugefügt werden.

Der Beitrag einer Cerealien-Portion mit Milch an der Referenzmenge für die Zufuhr von Zucker in Höhe von 90 Gramm pro Tag (EU-Lebensmittelinformationsverordnung) liegt zwischen 9 und 18 Prozent. Gemessen daran, dass das Frühstück unter allen Tagesmahlzeiten eine bedeutende Stellung einnimmt und rund 25 Prozent der Energie und der Nährstoffe liefern sollte, bewegt sich der Anteil der Cerealien – mit weniger als 20 Prozent am Zuckerreferenzwert – in einem ernährungsphysiologisch vertretbaren Rahmen. 


Vergleich von Frühstücksvarianten bei Zuckeraufnahme

Ein Vergleich zwischen den Frühstücksvarianten „Cerealien“ und „Belegtes Brot“ verdeutlicht, dass sich die Zuckeranteile des Cerealien- und des süßen Brotfrühstücks auf ähnlichem Niveau zwischen 10 und 15 Gramm pro Portion bewegen.

Eine Scheibe Weizenvollkornbrot mit Butter und Marmelade hat bereits 11,6 g Zucker, ein halbes Weißmehlbrötchen mit Butter und Honig hat 15 g Zucker. Cornflakes liegen im Zuckeranteil niedriger. So enthält eine Portion Cornflakes (30 Gramm) mit fettarmer Milch 9 Gramm Zucker, die gleiche Menge gepuffte Cerealien enthält 14,1 Gramm Zucker, eine Portion Früchtemüsli (45 Gramm) mit fettarmer Milch hat 12,3 Gramm Zucker.

Auch wenn in Deutschland das süße Brotfrühstück immer noch bei rund der Hälfte der Bevölkerung das Frühstück der Wahl ist, ist in den vergangenen Jahren der Konsum von Cerealienprodukten gestiegen. Cerealien sind eine zunehmend beliebte Frühstücksvariante. Die Cerealienportion liefert wichtige Nährstoffe für den Tag, ist in der kurzen verfügbaren Zeit am Morgen schnell zubereitet und bietet durch die Vielfalt an Produkten und Kombinationsmöglichkeiten Abwechslung. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Cerealien in Deutschland liegt bei 2,6 Kilogramm pro Jahr. 

In Relation zum gesamten Zuckerverbrauch in Deutschland, der bei ca. 34 Kilogramm pro Kopf und Jahr liegt, macht der Zucker aus dem gesamten jährlichen Cerealienverzehr in Deutschland an dieser Gesamtmenge lediglich 1,9 Prozent aus.


Nährwertinformationen auf den Verpackungen

Die Zutatenliste und die Nährwertangaben auf der Cerealienverpackung helfen dem Verbraucher, das für ihn passende Produkt zu finden. Die Cerealienhersteller geben stets die Nährwertinformationen bezogen auf 100 Gramm an und ermöglichen so einen unmittelbaren Vergleich von Cerealien mit anderen Lebensmitteln. Die Angabe der Portionsgröße und der Nährwerte pro Portion geben zusätzliche Orientierung. 

Die Nährwerttabelle auf den Produktverpackungen enthält drei Spalten:

Die linke Spalte führt die wesentlichen Nährstoffe auf, so z. B. Kohlenhydrate und Zucker.
In der mittleren Spalte ist in den meisten Fällen der Gehalt an dem jeweiligen Nährstoff bezogen auf 100 Gramm des Produkts angegeben. Damit hat der Verbraucher unmittelbar die Vergleichbarkeit zu einem anderen Cerealienprodukt.
In der rechten Spalte ist der Gehalt des jeweiligen Nährstoffs bezogen auf eine empfohlene Cerealien-Verzehrportion inkl. der Milchzugabe aufgeführt. Der Verbraucher kann dadurch direkt erkennen, wie viele Kalorien bzw. wie viele Nährstoffe er mit seinem Cerealienfrühstück zu sich nimmt.

 

Allgemeine wissenschaftliche Informationen

Für eine ausgewogene Ernährung ist es essentiell, die Vielfalt an Lebensmitteln und somit auch die Vielfalt an Nährstoffen zu kombinieren und die gesamte Nahrungsaufnahme über einen Tag oder eine Woche zu berücksichtigen. Kein Lebensmittel kann für sich allein als gesund oder ungesund bewertet werden. Im Rahmen eines gesunden Lebensstils sollten außerdem Ernährungsweise und körperliche Aktivität aufeinander abgestimmt werden. 

Eines der Hauptprobleme in der Bevölkerung ist heute die unausgewogene Energiebilanz. Der Kalorienaufnahme durch die Nahrung steht ein zu niedriger Energieverbrauch durch zu wenig Bewegung und Sport im Alltag gegenüber. Mehrere deutsche Studien haben gezeigt, dass sich vor allem Kinder und Jugendliche heute deutlich weniger bewegen als vor zehn Jahren. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Energiezufuhr nur geringfügig über (bei den Jungen) oder sogar leicht unter (bei den Mädchen) den Empfehlungen der Fachgesellschaften. Auch für Erwachsene wurde gezeigt, dass sich nicht die Kalorienzufuhr sondern der Kalorienverbrauch ungünstig entwickelt hat.

Kohlenhydrate sind lebensnotwendig, denn sie liefern für die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit Energie in Form von Glukose. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, täglich 50 Prozent der Energie durch Kohlenhydrate aufzunehmen. Der Zuckeranteil sollte laut DGE dabei moderat ausfallen. Laut aktuellem Ernährungsbericht der DGE beträgt die Zufuhr von Zucker (Saccharose) bei Männern 9,7 Prozent an der täglichen Gesamtenergiezufuhr. Das entspricht einer Menge von etwa 55 g pro Tag.  Bei Frauen beträgt der Anteil 11,6 Prozent (etwa 49 g pro Tag). Bei 15- bis 19-jährigen jungen Männern beläuft sich der Anteil auf 10,8 Prozent, bei den jungen Frauen in der gleichen Altersklasse auf 12,8 Prozent.

Zuckerhaltige Lebensmittel werden bisweilen mit der Entstehung von Übergewicht in Verbindung gebracht. Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass der Verzehr zuckerhaltiger Lebensmittel für die Entstehung von Übergewicht verantwortlich ist. Verschiedene deutsche und internationale Studien konnten keine Korrelationen finden. (1) Auch in der Kinderernährung konnten keine Zusammenhänge gezeigt werden. Die Entstehung von Übergewicht wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören neben dem Ernährungsverhalten auch die genetische Veranlagung und sozioökonomische Faktoren, die körperliche Aktivität sowie psychosoziale Aspekte. Der Lebensstil und insbesondere ein Mangel an körperlicher Aktivität sind wichtige Ursachen für die Entstehung von Übergewicht. 

Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen, die Zucker als „gefährlich“ darstellen und ihm eine drogenähnliche Wirkung zusprechen, sind nicht belegt. Andere Studien konnten die beschriebenen Wirkungen nicht bestätigen. 

 

(1) Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (2010): Scientific Opinion on Dietary Reference Values for carbohydrates and dietary fibre (Referenzwerte für die Aufnahme von Kohlenhydraten und Ballaststoffen), www.efsa.europa.eu. O'Neil CE et al. (1999-2004): Association of candy consumption with body weight measures, other health risk factors for cardiovascular disease, and diet quality in US children and adolescents: NHANES 1999-2004..Food Nutr Res. 2011;55. doi: 10.3402/ fnr.v55i0.5794. Buyken A. E. et al. (2008): Relation of dietary glycemic index, glycemic load, added sugar intake, or fiber in-take to the development of body composition between ages 2 and 7 y, Am J Clin Nutr (2008); 88:755-62.